Umweltschule in Europa

„Umweltschule in Europa – Thüringer Nachhaltigkeitsschule“

Dieser Wettbewerb ist anders als die meisten: die Teilnehmer treten nicht gegeneinander an, sondern miteinander. Wir wollen unsere Schulen so gestalten, dass Schüler und Lehrer den Nachhaltigkeitsgedanken lebendig erfahren und verinnerlichen können. Dabei dürfen und sollen sich die Schulen gegenseitig helfen. Jede Schule, die ihre selbst gestellten Vorhaben erreicht, kann den Titel gewinnen.

So wie im globalen Umweltschutz nur dann wirkliche Erfolge erzielt werden können, wenn alle Länder zusammenarbeiten, ist das auch beim Wettbewerb „Umweltschule in Europa“. Je mehr Schulen aktiv werden und zusammenarbeiten, umso mehr Gewinner haben wir – und am Ende gewinnen wir alle!

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Neben vielen einmaligen Aktivitäten gibt es auch einige, die wir regelmäßig durchführen:

von-Bülow-Gymnasium als Umweltschule in Europa

Das von-Bülow-Gymnasium hat sich, als eine von 70 Schulen aus dem gesamten Freistaat, Anfang des Schuljahres 2014/ 15 darum beworben, Umweltschule in Europa zu werden. Anders als bei herkömmlichen Wettbewerben gibt es hier keine Verlierer sondern nur Gewinner. Bei dieser Aktion geht es darum, dass sich Schulen in irgendeiner Form am Umwelt- bzw. Klimaschutz beteiligen – sei es Mülltrennung, Stromsparen oder das Anlegen eines Biotopes.

Um das Engagement der erfolgreichen Schüler und Lehrer zu würdigen, fand am 24. September 2015 eine Auszeichnungsveranstaltung im Erfurter Landtag statt. Zwei Vertreter der Umweltgruppe enviro und unsere Schulleiterin, Frau Rögner-Beckert, nahmen die Urkunde und eine Fahne entgegen. Im Anschluss gab es die Möglichkeit sich mit den anderen Schulen auszutauschen und sich die eine oder andere Anregung für kommende Projekte zu holen.

Lara Simon, enviro

Tag der Artenvielfalt

Der GEO-Tag der Artenvielfalt fand erstmals 1999 statt. Inzwischen ist es die größte Feldforschungsaktivität Europas. Seit 2012 ist auch das von-Bülow-Gymnasium mit dabei. Uns gefällt vor allem die Grundidee, nämlich Menschen aller Alters- und Bildungsgruppen gemeinsam für die Natur zu begeistern und zu sensibilisieren.

Während üblicherweise Lehrer mit ihrer Klasse losziehen, habe wir diesen Tag für meinen Bereich um eine weitere Komponente bereichert: wir laden Kindergartenkinder und Grundschüler ein, mit uns die heimische Fauna und Flora zu entdecken. In kleinen Gruppen von je 2…3 Kindern aus jeder Einrichtung pirschen sie dann auf eigene Faust los. Die ganz Kleinen suchen Blumen, Käfer, Schmetterlinge; fangen Fische und Molche. Die Schulkinder erzählen, was sie darüber wissen und unsere „Großen“ zeigen dann ihr Können, indem sie mittels Bestimmungsbuch die „Beute“ identifizieren. Mitunter sitzen die Kinder auch minutenlang vor einer Blüte und beobachten, was die Blütenbesucher so alles treiben.

Die Beteiligten sind jedes Jahr aufs Neue begeistert davon, wieviel Spaß der Aufenthalt in unserer heimischen Natur bereiten kann und wieviel es zu entdecken gibt. In einer Zeit, in der immer mehr Kinder von ihren Eltern vor Bildschirmen geparkt werden, sind Aktionen wie diese notwendiger denn je.

CO2-frei zur Schule

Im Jahr 2016 entstand die Idee zum Wettbewerb „CO2-frei zur Schule“. Angeregt durch das Stadtradeln (www.stadtradeln.de) haben wir uns auf die Fahne geschrieben, dass wir selbst mit gutem Beispiel voran gehen wollen anstatt Andere zu kritisieren. Deshalb konzentrieren wir uns in der Aktion „CO2-frei zur Schule“ auf das, was wir selbst beeinflussen können: Unseren Schulweg.

Da wir eine Dorfschule mit großem Einzugsgebiet sind, werden im Moment viele Schüler von den Eltern mit dem PKW in die Schule gebracht. Auch viele Lehrer reisen so an. Wir wollen nun möglichst viele dazu bringen, das zu ändern.

Wir initiierten einen Wettbewerb vom 24.3. – 12.5.2017, bei dem alle Schüler und Lehrer aufgefordert waren, CO2-frei zur Schule zu kommen, also per pedes, Fahrrad oder ÖVM. Dazu programmierten Schüler von uns eine Software für PC und Handy, mit der jeder täglich eintragen kann, wie er zur Schule gekommen ist. Dafür gibt es je nach Strecke und Verkehrsmittel unterschiedlich viele Punkte. Am Ende wurden die besten in jeder Kategorie (Laufen, Radeln, ÖVM) vor der Schulvollversammlung (Öffentlichkeitswirksam → Multiplikator) ausgezeichnet und erhielten Preise. Die beste Klasse lies die Schulleiterin einen Wandertag außer der Reihe springen und enviro legte die Eintrittskarten für Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich oben drauf.

Gerade ging die zweite Auflage von „CO2-frei zur Schule“ zu Ende. Die Begeisterung war dieses Mal noch stärker als 2017. Inzwischen hatte sich das auch besser rumgesprochen, die Werbung (Schulhomepage und Klassensprecher) greift jetzt und der extra Wandertag zieht J. Viele kamen selbst aus Erfurt täglich mit dem Fahrrad, um möglichst viele Punkte zu holen. Das tolle daran ist: Es bleibt natürlich auch den Eltern nicht verborgen, wenn die Kinder sagen „Nein, Mutti, bring mich bitte nicht mit dem Auto in die Schule. Ich will laufen bzw. radeln!“ Das ist genau der Effekt, den wir uns wünschen – Umwelterziehung von unten…

Begleitende Zählungen vor und während dem Wettbewerb 2017 ergaben, dass während des zur Zeit des Wettbewerbs ca. 30 % weniger Autos vor der Schule hielten, um Schüler abzuliefern. Die Auswertung für 2018 steht noch aus, wir hoffen auf ein ähnlich gutes Ergebnis. Die TEAG zeichnete im Jahr 2017 diesen Wettbewerb wegen seines Vorbildcharakters für andere Schulen als „Leuchtturmprojekt“ aus. Inzwischen sind wir mit den Klimaschutzmanagern des Landkreises Gotha und des Unstrut-Hainich-Landkreises im Gespräch darüber, wie wir andere Schulen mit diesem Virus infizieren können.

Dr. Steffen Möller, Mai 2018

Green Apple Week

Eines der großen enviro-Projekte war die erste Green Apple Week im Oktober 2016. Nach der erfolgreichen Durchführung und überaus positiven Resonanz des „Green Apple Day of Service“ am 26.2.2016 entschloss sich enviro, diese Idee auf eine Woche auszuweiten. Sie wollten eine Projektwoche veranstalten, in der verschiedene Projekte zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit angeboten werden. Dabei sollte im Vordergrund stehen, dass die Schüler aktiv werden, alle Projekte selbst planen, vorbereiten und leiten. Eine weitere Bedingung sollte sein, dass jede Projektgruppe ihre Ergebnisse der Woche öffentlich vorstellt. Nachdem die Idee geboren war, begannen wir mit der Planung. Wir organisierten selbst die Einwahl aller Schüler in die Projekte selbst – über unsere schulinterne Plattform „Ilias“.

Inzwischen gab es eine weitere Green Apple Week im Oktober 2017, in der wichtige Erfahrungen aus dem Jahr 2016 berücksichtigt wurden. Die Projektpräsentation am Freitagnachmittag war ein großartiger Erfolg: alle Besucher waren positiv beeindruckt. Es war für viele unbegreiflich, wie man eine ganze Schule dazu bringt, sich so begeistert und so vielfältig mit Umweltthemen auseinander zu setzen.

Vom 12. – 14. September 2018 steigt nun die dritte Auflage. Wir haben die ursprüngliche Klimaschutzthematik auf die 17 SDGs ausgeweitet und stellen fest, dass das schon in der Vorbereitung bei den künftigen Projektleitern großen Anklang findet. Am 9. Mai werden wir unsere Projektfindungsphase abschließen – wir haben schon jetzt mehr Projektgruppenvorschläge als in den Jahren zuvor.

Dr. Steffen Möller, 2.5.2018