„Hatslokhe und Brokhe“ – buelowsports Skiausbildung 2026
Halbzeitbericht 24.2.26
Diese jiddische Redensart bedeutet so viel wie „Glück und Segen“ und fungiert als Ursprung des missverständlichen Wunsches „Hals und Beinbruch“, der Skifahrern üblicher Weise mit auf den Weg gegeben wird.
Heute, zum Bergfest des diesjährigen Skilagers, können wir glücklicherweise bestätigen, das „Glück und Segen“ auf unserer Seite sind. Nachdem wir am Samstag, dem 21.2.26, nach einer ziemlich langwierigen Busfahrt (wer Skifahren will, muss eben erst einmal Bus fahren) wohlbehalten und nahezu wunschlos glücklich im Hotel „Mair am Bach“ angekommen sind, wurde unsere Ausdauer mit einem mehr als sättigendem Abendessen, dem warmherzigen Willkommen der Wirtin sowie bequemen Betten belohnt.
22.2.26
Ausgeruht und gestärkt durch ein Frühstück, das kaum einen Wusch offen ließ, ging es mit dem Linienbus zum Skigebiet „Plose“ als Ausgangspunkt der alpinen Ausbildung. Nachdem Ausleihe und Anpassen der Ausrüstung abermals etwas Geduld forderten, konnte es dann nach Zuordnung in die diversen Lerngruppen auf die Piste gehen. Skihaserl, die bereits erfahren sind, wagten sich bereits in luftige Höhen, wo sie fachkundig betreut an der Verbesserung ihrer Technik arbeiteten. Weniger begnadete Skifahrer bzw. blutige Anfänger konnten Dank eines idealen Betreuungsschlüssels erfahrener Lehrer in kleinen, individuell zusammengesetzten Gruppen mit Skiern und Schnee Kontakt knüpfen oder minimal vorhandene Fähigkeiten festigen bzw. qualifizieren. Und da jede Leistung mit der Entscheidung beginnt, es zu versuchen, konnten alle 61 Skihasen am Ende des ersten Trainingstages auf erste Erfolge bzw. begeisterte Bestätigung zurückblicken. So konnte auch von den Ungeduldigsten mit Fassung ertragen werden, dass der geplante Bus zum Hotel nicht kam und ein Teil der Wegstrecke kurz vor Sonnenuntergang zu Fuß bewältigt werden musste. Nach einem geselligen Ausklang des Abends konnten sich alle von frischer Luft, moderater Bewegung sowie kleinen und großen Motivationsschüben erschöpft, aber vor allem zufrieden der wohlverdienten Nachtruhe widmen.
23.2.26
Der kommende Tag begann bereits routiniert: Aufstehen, frühstücken, treffen am Bus, Fahrt zum Skigebiet. In bereits vertrauter Umgebung angekommen wurden die Lernteams abermals entsprechend ihrer Erfolge des Vortages individualisiert. Man möge es kaum glauben, aber es begeistert jährlich aufs Neue, wie schnell die Mehrheit der Unerfahrenen nennenswerte Fortschritte verzeichnet, wie vermutlich Unsportliche ihren Ehrgeiz entdecken, wie sich eher zurückhaltende, bescheidene Kinder durch Geduld und Ausdauer auszeichnen und wie selbst diejenigen, die sich ursprünglich dachten „Ein beschwerlicher Tag auf der Piste, ist immer noch besser als ein ruhiger Tag auf der Schulbank.“, ohne zu klagen stürzen und wieder aufstehen. Selbst jene, die am Vormittag trotz blauen Himmels und Sonnenschein Flüche und Schimpftiraden bellten, bewältigten am Nachmittag mit strahlenden Gesichtern und Jubel mittelschwere Abfahrten. Und da es diesmal keinen „Problem-Bus“ gab, alle rechtzeitig im Hotel sowie erholt und entspannt zum Abendessen erschienen sind, konnten auch die Pädagogen unter uns entsprechende Bestätigung erlangen: Kaum zu glauben, aber wahr! Es ist zu 99% möglich, die Essenszeiten zur „Handyfreien Zone“ zu erklären. Und wer, meist unbewusst, gegen diese Regel verstößt, beugt sich widerspruchslos der auferlegten Aufgabe wie Erwärmungsübungen, dem Einstudieren einer Videobotschaft für daheimgebliebene Geburtstagskinder, dem Streitschlichten oder der persönlichen Betreuung weniger begabter Skifahrer, wobei sich auch hierbei abermals ungeahnte Talente und Kompetenzen offenbarten. Schlussendlich können die 10. Klassen ebenso wie alle anderen Bülowianer in dieser Woche unter Beweis stellen, dass sie wider Erwarten ohne mobile Endgeräte existieren können.
24.2.26
Ski-Lager am Bülow- Gymnasium – das bedeutet nicht nur Sport, Spiel und Spaß, sondern auch soziale Intelligenz. Diese ist das Motto des heutigen Tages. Mehr noch als in den vergangenen Tagen steht heute das Miteinander bzw. Füreinander im Mittelpunkt. So gilt, dass sich die Fortgeschrittenen bzw. Profis derer annehmen, die noch Unterstützung brauchen, um Erlerntes zu festigen, zu qualifizieren oder einen zusätzlichen Motivationsschub benötigen, um weiter am Ball oder besser gesagt auf den Skiern zu bleiben. Und um auch diejenigen im Team zu behalten, die mit sich hadern und kurz davor sind, sie Skier am den sprichwörtlichen Nagel zu hängen, können diese am Nachmittag gegen den Schlitten getauscht werden. Schlussendlich wird auch der Abschluss des gestern Abend begonnenen Kicker-Turniers zur Stärkung sozialer Strukturen über den Banknachbarn oder Klassen hinaus beitragen. Wir sind gespannt, welche unerwarteten Entwicklungen uns weiterhin positiv überraschend werden!
25.2.26
„Von Null auf Hundert“ – So sollte wohl das Motto der abschließenden Skitage lauten! Bis auf wenige Ausnahmen konnte heute jeder Skischüler den Anfängerhang verlassen und oben auf dem Berg die Abfahrt in Angriff nehmen. Und wer sich bis jetzt immer noch nicht mit Sonne, Schnee und Skier anfreunden konnte, genoss die Südtiroler Gastlichkeit bei einem Spaziergang durch Brixen als kulturelles Intermezzo. Am Nachmittag war die Gruppe dann wieder im Skigebiet vereint.
Wenn auch die 100 kmh nicht unbedingt der angestrebten Abfahrtsgeschwindigkeit entsprachen bzw. entsprechen sollten, wurde diese definitiv beim heutigen Aprés- Ski erreicht. Wie erwartet erwiesen sich unsre Schüler als 100% feiertauglich und gaben mit Tanz und Gesang Vollgas, denn das gehört selbstredend zu einem gelungenen Skitag dazu. So war es nicht verwunderlich, dass es gelang, Gäste und Wirtsleute des Almgasthofs sowohl mitzureißen und für unsere Animation zu begeistern, als auch Lob für Stimmung, aber auch Freundlichkeit und gutes Benehmen zu verdienen. Das ging natürlich runter wie Öl!
Pünktlich zum Abendessen waren alle im Speiseraum des Hotels wieder vereint. Nach einem solch’ abwechslungsreichen Tag war es nicht verwunderlich, dass das Thema Nachtruhe widerspruchslos akzeptiert wurde und alle ebenfalls von Null auf Hundert in Tiefschlaf verfielen.
26.2.24
Der letzte Tag auf der Piste, ein letzter Tag Südtiroler Sonne und blauer Himmel. Ein letztes Mal zeigen können, was man kann bzw. gelernt hat. Diese Chance wollte sich kaum jemand entgehen lassen. Also ab auf den Berg und los gehtˋs! Bis zur Mittagspause hieß es mit der Gondel nach oben und auf den Brettern nach unten und das so oft wie möglich. Glaubten wir kurzzeitig, dass uns unser sprichwörtliches Glück verlassen hat, da es zum Schluss doch noch zu einigen Stürzen kam, so stellten sich diese Gott sei Dank als weniger dramatisch dar und es konnte Entwarnung gegeben werden. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto und einer wohlverdienten Pause frönte ein jeder seinen persönlichen Leidenschaften. Soll heißen, entweder Ski oder Rodel! Zurück in der Unterkunft mussten wohl oder übel Zimmer aufgeräumt und Koffer gepackt werden.
Allerdings wäre es nicht unser Skilager, wenn es keinen würdigen Höhepunkt gegeben hätte. Der gemeinsame Abschlussabend bot nicht nur Gelegenheit, das Endspiel des Kickerturniers zu zelebrieren. Von den Schülern inszenierte Spielrunden sorgen für Spaß und Unterhaltung bei allen Beteiligten. Krönender Höhepunkt war die Verleihung der Teilnehmerurkunden und diverser Ehrungen unter klarem Sternenhimmel und bei Fackelschein, was dem Event eine mystisch- feierliche Aura verlieh, welche sich in den ergriffenen Gesichtern unserer Schüler spiegelte.
27.2.26
Unspektakulär, gut organisiert und deshalb pünktlich traten wir in dann unsere Heimreise an. Die Busfahrt verlief ruhig und ohne sinnlose Verzögerungen, sodass alle Reisenden die Gelegenheit hatten, euphorisch in Erinnerungen an dieses gelungene Skilager zu schwelgen oder in Ermangelung von Nachtschlaf von den eigenen, ganz persönlichen Highlights zu träumen.
Ein ganz besonderer Dank soll sich an dieser Stelle an allˋ jene richten, die es Jahr für Jahr schaffen trotz aller Widrigkeiten eine so gelungene Woche zu stemmen und unserer Schule etwas Besonderes zu verleihen.