Thore Philipsen – ein Schiedsrichter geht seinen Weg
Ein unvergessliches Wochenende beim DFB-Pokalfinale der Junioren – Thore Philipsen, ein Schüler unserer 11. Jahrgangsstufe hatte hierbei ein ganz besonderes Erlebnis.
Für Schiedsrichter im Nachwuchsfußball gehört das DFB-Pokalfinale der Junioren zu den größten Auszeichnungen überhaupt. Das Finale zählt zu den bedeutendsten Nachwuchsspielen Deutschlands und wird bundesweit verfolgt sowie live bei Sky übertragen. Umso größer war die Freude, als unser Schiedsrichterteam aufgrund unserer kontinuierlich guten Leistungen während der Saison für das Endspiel nominiert wurde.
Seit Beginn der Spielzeit bin ich als Schiedsrichterassistent in einem Thüringer Team der U19 DFB-Nachwuchsliga, der sogenannten Junioren-Bundesliga, tätig. Am Donnerstag, dem 21. Mai, war es schließlich so weit: Gemeinsam mit meinem Schiedsrichterteam machte ich mich auf den Weg nach Potsdam, wo das diesjährige Finale zwischen dem VfL Wolfsburg und dem VfB Stuttgart ausgetragen werden sollte.
Bereits am Abend wurden die beiden Finalisten im Rahmen eines Banketts offiziell vorgestellt. Auch wir nahmen an der Veranstaltung teil und konnten erste Eindrücke sammeln, bevor wir uns anschließend auf den Spieltag vorbereiteten. Am Freitagmorgen stand zunächst ein Match-Meeting auf dem Programm. Dort wurden alle Abläufe und möglichen Szenarien ausführlich besprochen. Über eine Stunde lang ging es um Themen wie die Anreise, die Trikofarben oder den minutengenauen Ablauf des Einlaufens inklusive Nationalhymne. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Anspannung vor dem Spiel im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam deutlich zu spüren. Am Nachmittag wurden wir zum Stadion gefahren. Der Anpfiff war für 17 Uhr angesetzt. Vor Ort folgten wir unseren gewohnten Abläufen zur unmittelbaren Spielvorbereitung. Unser Ziel war es, möglichst unauffällig zu agieren und so wenig Einfluss wie möglich auf das Spiel zu nehmen. Die Atmosphäre im Stadion war beeindruckend. Mit rund 8.000 Zuschauern wurde ein neuer Zuschauerrekord für dieses Finale aufgestellt. Beide aktiven Fanszenen sorgten für eine großartige Stimmung. Zusätzlich erhöhten die mediale Aufmerksamkeit sowie die Anwesenheit des gesamten DFB Schiedsrichterausschusses den Druck. Auch die ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner (DFB-Lehrwart) und Knut Kircher (Chef der DFB Schiri GmbH) verfolgten die Partie vor Ort. Das Spiel wurde insbesondere in der ersten Halbzeit intensiv und kämpferisch geführt. Mehrere Strafraumsituationen mussten bewertet werden, sodass wir als Schiedsrichterteam stark gefordert waren. Trotz der 2:0-Halbzeitführung des VfB Stuttgart durften wir zu keinem Zeitpunkt die Konzentration verlieren. Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Partie anspruchsvoll. Erst kurz vor Schluss sorgte Stuttgart mit dem 3:0 für die endgültige Entscheidung. Nach dem Schlusspfiff waren wir erleichtert, dieses intensive Spiel erfolgreich gemeistert zu haben. Mit unserer Leistung konnten wir sehr zufrieden sein und die besondere Atmosphäre im Stadion genießen. Der VfB Stuttgart gewann verdient mit 3:0 und feierte anschließend ausgelassen mit seinen Fans.
Nach einer kurzen Spielauswertung in der Kabine und dem ersten Kaltgetränk ließen wir den Abend gemeinsam mit Angehörigen und Freunden ausklingen. Der Samstag begann deutlich entspannter. Ein weiteres Highlight sollte jedoch noch folgen. Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Olympiastadion Berlin. Dort fand vor dem großen DFB-Pokalfinale die offizielle Ehrung unseres Juniorenfinales statt. Es war ein ganz besonderes Gefühl, in das riesige Olympiastadion einzulaufen und die Medaille von Rudi Völler persönlich überreicht zu bekommen. Anschließend konnten wir von den Rängen aus den 3:0-Sieg des FC Bayern München verfolgen und die besondere Atmosphäre eines weiteren Pokalfinals erleben.
Am Sonntag traten wir schließlich die Heimreise an. Hinter uns lag ein Wochenende voller besonderer Eindrücke, großer Herausforderungen und einmaliger Erlebnisse. Die Nominierung für das DFB-Pokalfinale der Junioren und die damit verbundenen Momente werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Thore Philipsen


